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Verborgene Parameter

Verborgene Parameter

Anna Bera, Huba (Jakub Ciemachowski und Piotr Kołakowski), Agata Marchlewicz, Olga Micińska, Olga Milczyńska/Wiesław Bartkowski, P55 Mirrors (Beata Ludwin und Łukasz Wołek), Rest (Dominika Gacka und Julia Piekarska), Jakub Święcicki, Iza Tarasewicz, Zinaida Tchelidze, Marek Wodzisławski

Kuratorin: Marta Lisok

Ausstellungseröffnung: 17.10.2025, 19:00 Uhr
Dauer der Ausstellung: 17.10.2025-22.02.2026

Press pack [ENG]: https://bit.ly/4oUapg4

Der Eintritt zur Ausstellung ist kostenlos.

Die Ausstellung Verborgene Parameter ist als Aufzeichnung körperlicher Aktivität gedacht – unermüdliches Sammeln, Glätten, Weben und Verbinden. Sie ist Teil eines langfristigen Projekts, in dem eine Gruppe von Teilnehmer:innen mit unterschiedlichen Materialien experimentiert. Während sie in Methoden wurzelt, die aus Handwerkstraditionen abgeleitet sind, bezieht sie zugleich konzeptuelle Strategien ein. Im Zentrum dieses Austauschs steht der Versuch, Werkzeuge zu entwickeln, um neue Formen des Wahrnehmens und Denkens zu erproben. An der Schnittstelle von Wissenschaft, Kunst und Handwerk funktioniert das Projekt wie eine Art Heilprogramm, das als Antwort auf die ökologischen Herausforderungen unserer Zeit durchgeführt wird.
Der gemeinsame Nenner der Ausstellung ist ein Set von Praktiken, die in Metaphern des Kompostierens verankert sind – nicht nur als Strategie der Wiederverwendung und als Reflexion über das Konzept der Postwachstumsökonomie, sondern auch als Einladung, kollektiv zu denken, sich über feste Definitionen hinauszubewegen und das Uneindeutige, Unvollständige, Unsichere oder Noch-nicht-Ausformulierte zuzulassen. Kompostieren wird hier zu einer Methode, alternative Mittel zur Beschreibung der Realität zu suchen: indem auf indigenes und vorindustrielles Wissen zurückgegriffen wird oder indem nach vorn geblickt wird – auf spekulative Werkzeuge, Biomaterialien und neue Kooperationsmodelle.

 

Beispiele für solche Ansätze in der Ausstellung sind, der Materie eine Stimme zu geben, die in der Interaktion mit ihr verkörperte Anstrengung zu kartieren und ein Archiv bereits geleisteter Arbeit zusammenzustellen. Diese Praktiken entspringen dem Bedürfnis, Tätigkeiten zu beschreiben, die die durch kollektive Handlungen des Grabens, Rechens, Sammelns und Säuberns geschaffenen Bindungen aufrechterhalten. Die gezeigten Arbeiten versuchen, jene Momente einzufangen und sichtbar zu machen, in denen die Sprache zerfällt, weil die Hände beschäftigt sind und der Körper, in einen vertrauten Rhythmus vertieft, sich zu entspannen beginnt. Dann fließen die Gedanken frei und verweben Verbindungen zu Geschichten, die zwischen Fakt und Vermutung, zwischen der Wahrheit der Materie und dem Spiel der Imagination schweben.
Aus dieser Perspektive spiegeln die Objekte der Ausstellung die Zeit wider, die damit verbracht wurde, sich mit der Übertragung stillschweigender Richtlinien auseinanderzusetzen – gefiltert durch die körperliche Erinnerung, die nur durch gemeinsames Handeln weitergegeben werden kann. Die gesteigerte Aufmerksamkeit, die in solchen Momenten entsteht, hallt wider im antiken Konzept der mētis: eine Form verkörperten, verstreuten Wissens, das in der unbewussten Fähigkeit wurzelt, auf veränderliche Variablen zu reagieren – die Dynamik der Materialien, atmosphärische Schwankungen, Druck, Feuchtigkeit oder die Richtung des Windes.
Von Philosophen lange abgewertet, beruhte mētis auf geduldigem Beobachten und dem Abwarten des richtigen Moments; auf Sensibilität für die feinen Anzeichen von Veränderung. Sie war verbunden mit der Bereitschaft, sich in die Materie zu vertiefen, sich an sie anzuschmiegen und mit ihr zu verschmelzen – und dadurch ein beruhigendes Gefühl der Befreiung von der Illusion der Getrenntheit und Unabhängigkeit hervorzurufen.
Innerhalb dieses Rahmens verkörperten, schwer fassbaren Wissens verwandeln sich die „verborgenen Parameter“, die im Titel der Ausstellung aufgerufen werden, in den gezeigten Objekten zu Formen, die an zurückgelassene Rüstungen, skelettartige Strukturen oder abgestreifte Häute erinnern. Das Archiv ihrer Herstellungsprozesse wird damit nicht nur zu einer Aufzeichnung individueller Gesten, sondern auch zu einer Chronik von Interaktionen, des Zusammenlebens mit anderen Spezies und letztlich der Forschung selbst. Es wirkt wie ein Anreiz, starre Systeme der Datenorganisation aufzubrechen, ursprüngliche Annahmen aufzulösen und dem Material zu folgen.
Kuratorin: Marta Lisok

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▪️Veranstalter: NÓW. NOWE RZEMIOSŁO, OP ENHEIM, VOP
▪️Patronat: Ergo Hestia, Fundacja Artystyczna Podróż Hestii
▪️Ehren Patronat: WOMAK
▪️Finanzielle Unterstützung: Finanziert durch die Europäische Union NextGenerationEU
▪️Partner: Heinle, Wischer und Partner Architekci, KEIM, OPEN Reklama Oksana Solnik Krzyżanowska
▪️Medien Patronat: TVP Kultura, Contemporary Lynx, Artinfo.pl, Format Pismo Artystyczne, MINT Magazine, NN6T, PLNDESIGN.PL, Rynekisztuka.pl, Well.pl

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